Chips gegen Hunger?

Dass entwicklungspolitische Zusammenarbeit manchmal absurd sein kann, ist nicht neu. Aber dass man nun mit Steuergeldern die Produktion von Kartoffelchips – angeblich gegen den Hunger – in Afrika etablieren will, ist nicht nur absurd, sondern viel mehr dummdreist.

Da gibt es im Rahmen der umstrittenen „German Food Partnership (GFP)“ ein Gemeinschaftsprojekt des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und verschiedener Unternehmen, die sogenannte „Potato Initiative Africa (PIA)“. Die Unternehmen lauten: Europlant, Solana, Bayer, K+S Kali und Syngenta – typische Vertreter der sogenannten „Entwicklungshilfe“ also.

In Nigeria und Kenia möchte man damit einen modernen Kartoffel(verarbeitungs)sektor etablieren. Als ob Afrika nicht über genügend Substitutionsgüter verfügen würde. Worum also könnte es sonst gehen?

„Für die beteiligten Unternehmen mag dies den Hunger nach neuen Geschäftsfeldern stillen, eine nachhaltige Hungerbekämpfung sieht jedoch anderes aus“,

so Niema Movassat, Sprecher für Welternährung der Fraktion Die Linke.

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo,

    was ist daran bitte absurd. Mit kaum einer anderen Kulturpflanze kann man mehr Kalorien pro ha erzeugen. Kartoffeln sind in Afrika im Gegensatz zu Europa nicht lange haltbar, lassen sich also nicht lange lagern. Durch Trocknen und Fritieren kann man Kartoffeln lagerfähig machen. Chips können in sehr kleinem Umfang produziert werden und sofort verzehrt werden und darüberhinaus sogar verkauft werden. Kartoffelflocken sind eine Alternative, müssten aber eher industriell gefertigt werden und müssten als Kartoffelbrei zubereitet werden. Pommes-Frittes werden zwar auch in der ganzen Welt gerne gegessen, benötigen aber eine durchgängige Kühlung, was in Afrika schwierig ist.

    Kartoffeln kann man auch in Afrika nicht in Selbstfolge anbauen und verlängern die Fruchtfolge und erhöhen die Wertschöpfung der Bauern, egal welcher Größe. Sie können auch auf Wochenmärkten verkauft werden und bilden so eine zusätzliche Einnahmequelle. Damit „entkommt“ der Subsiztenzbauer bestenfalls aus der Armut.

    Ich bin aber lernfähig und höre gerne, warum der Anbau einer ertragsstarken, kalorienreichen und mineralreichen Ackerkultur dennoch absurd ist.

    Schöne Grüße

    Rainer Sy

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