Thank You Third World

Kritik an unserem Wirtschaftssystem ist allgegenwärtig. Das ist selbstverständlich, da es in der Regel doch so aussieht, dass der materielle Wohlstand der westlichen Industrienationen auf dem Rücken der restlichen Welt beruht. Diese Kritik wird auf vielfältige Art und Weise geäussert: Mal sachlich fundiert, mal emotional aufgeheizt, mal polemisierend oder von oben herab. Einen anderen Weg haben die Macher des Projekts Thank You Third World eingeschlagen.

Auf dieser Website haben Sie die Möglichkeit, sich bei der „Dritten Welt“ für etwas zu bedanken, was Sie auf Kosten ihrer genießen. Ein provokanter Ansatz, der genau so gewollt ist. Parallel zu dieser Website wurden noch verschiedene Videos in Umlauf gebracht, um diese Kampagne zu unterstützen, die zum Ziel hat, auf die Mißstände unseres Wirtschaftssystems aufmerksam zu machen.

Die Videos erregten einiges an Irritationen, wie man an den Kommentaren bei YouTube feststellen kann. So zum Beispiel ein Koch einer Fernsehshow, dessen doppelbödige Botschaft von vielen nicht auf den ersten Blick erkannt wird:

Oder auch das mit Handykamera in Amateuer-Manier gefilmte Video an einem typisch deutschen Weihnachtsabend:

Die Produzentin Jessica Benzing meint dazu, Ziel ist es, Menschen auf die Ausbeutung von Arbeitskraft in Entwicklungsländern aufmerksam zu machen, allerdings nicht mit Spendenaufrufen, wie es Hilfsorganisationen tun. „Die Menschen sind an Spendenaufrufe gewöhnt“, sagt sie, „hungernde Kinder werden einfach weggezappt.“

Alles in allem bieten die Macher von Thank You Third World eine besonders scharfe Abrechnung mit unserem Wirtschaftssystem. Diese Kampagne ist ein Versuch die Ignoranz aufzubrechen, die darüber herrscht, wie Produkte entstehen, die in unseren Warenregalen scheinbar unbegrenzt zur Verfügung stehen.

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