Einmal Afrika und zurück

Wir staunten schon nicht schlecht, als wir im Sommer das Angebot bekamen, doch einmal vor Ort über eines der vielen Projekte der Welthungerhilfe zu berichten. Wir, das sind Jens Berger, freier Journalist, politischer Blogger, einigen eingefleischten Kennern vielleicht durch die NachDenkSeiten und den Spiegelfechter oder auch seine Kolumne in der taz bekannt, und Lars Bauer vom Medienpalast, NachDenker, AussenDenker und HinterDenKulissenManager der NachDenkSeiten. Die Berichterstattung über Entwicklungshilfe ist immer noch ein Monopol der klassischen Medien. In den Blogs und den sozialen Netzwerken findet das Thema praktisch nicht statt. Doch das soll sich nun ändern.

Am kommenden Samstag, den 12. Oktober 2013, werden Lars und ich für eine Woche nach Sierra Leone fliegen, um uns vor Ort Eindrücke von der Arbeit der Welthungerhilfe zu machen und unsere Leser bestmöglich über das gesamte Themenfeld zu informieren. Und dieses Themenfeld ist groß. Wir werden uns beispielsweise ausführlich mit dem unerfreulichen Thema Land Grabbing beschäftigen – also der neokolonialen Übernahme fruchtbaren Ackerlandes in den Entwicklungsländern durch internationale Konzerne. Es liegt uns jedoch am Herzen, diese Praxis nicht – was ja einfach wäre – nur zu kritisieren, sondern auch mögliche Auswege aufzuzeigen. Dafür müssen wir tief in die Materie einsteigen, Zusammenhänge erarbeiten und sie unseren Lesern möglichst informativ aufbereiten – beileibe keine einfache Aufgabe. Damit unser Vorhaben glückt und wir möglichst viele Menschen erreichen, haben wir uns entschlossen, das Thema in Wort, Bild und Film anzugehen. Hoffen wir, dass uns dies auch gut gelingt.

Um die Wichtigkeit des Themas zu unterstreichen, haben wir mit dem Blog AussenGedanken eine zentrale Plattform eingerichtet. Die AussenGedanken sollen jedoch mehr als eine einmalige Projektseite werden. Wir haben uns vielmehr vorgenommen, die Seite zu einer Plattform für internationale Themen zu machen, die im alltäglichen Medienrauschen untergehen.

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  3. Es sollte festgehalten werden, dass mit der Hilfsbereits schaft der „reichen Staaten“ in Bezug auf Kleidersammlungen diese in Afrika bereits eine zaghaft entstehende Stoffindustrie bereits vernichtet hat.
    Gut gemeint, aber falsches Ergebnis.
    Genau das Gleiche im Nahrungsmittelsektor:
    In den „reichen Ländern“ werden z.B. nur Hähnchenschenkel zum Verkauf angeboten, der Rest zum großen Teil als Frostware nach Afrika verschifft und sprengt dort den Markt für einheimisches Geflügel, weil die dortigen Erzeuger gegen einen subventionierten Minimalpreis nicht ankommen können.
    Eine Entwicklungshilfe ist im übrigen nur dann sinnvoll wenn eine Hilfe zur Selbsthilfe vermittelt wird; „lehre einem Hungrigen das Fischen und er wird nie wieder Hunger haben. Gebe ihm einen Fisch und er muss regelmäßig Fische bekommen“.
    Das war bereits in dem 60er Jahren bereits Lehrmeinung in der Entwicklungshilfe. Nur haben Konzerne & Co unter dem Deckmantel der Hilfe -bis heute- eben keine wirkliche Hilfe geboten und die Politik hat nur zu gerne -bis heute- die Augen verschlossen.

    • Vielleicht ist ja garnicht die Befähigung zur Selbsthilfe das Ziel, sondern eine dauerhafte Erhaltung der Abhängigkeit Afrikas von Europa?

      Insofern ist die bisherige Form der Hilfe schon zeilführend – für die Interessen der europäischen Wirtschaft.

      • Das ist der Punkt. Eine echte Hilfe zur Selbsthilfe ist nicht im „nationalen Interesse“. Es gibt da jedoch ein Spannungsfeld, da die „nervigen NGOs“ sich nicht so einfach abwimmeln lassen, und die öffentliche Meinung sehr wohl für eine „echte Hilfe“ zu gewinnen ist.

  4. Das „Empire“ der „Commonwealth“ sind reral, weit ünere 30 Jahre professionelle Ausbeitiubg der Rstwelt, Kolonolialismus, Imperalismus, Wirtschjasftkolinlismiusm, Wirtschaftimperialismus.
    Die Theorie der „Nebenwirkungen“ de „Verkehswege und VerkrhrsformeN“ idst in dem betroffen löändern so tuief verankert, da „sie die „Dilaktik“, dire die sozoal „Entfremdung ziemlich direkt in die Logik schriebt“, erfunden zu haben scheinen…

    die linke kritischen Sozialwissenschsafte begleiten diese bösesten grausamsten Ernstspiele von Anfang an mit vollenm Durchblick und Anklagen……

    Globalisierung und Empire sind die avanciertesten Begrifflichkeiten.

    • Sehr geehrter Dr. rer. nat. H. Wenk, denken Sie bitte bei nächstem Mal daran, dass Ihre zahlreichen Tippfehler JEDEM Leser, falls sie es bis zu Ende entziffern sollten, mehr Zeit kosten würde als Sie es für die Korrektur je gebraucht hätten.

  5. Ich saß vor zig Jahren in einem Vortrag über Afrika eines Entwicklungshelfers.
    Der erzählte, dass z.B. die europäischen Entwicklungsprojekte untereinander völlig unkoordiniert gewesen seien. D.h. in einem Ort gibt es ein von Deutschland betriebenes Landwirtschaftsprojekt mit Nutzfahrzeugen, Pumpen und Maschinen deutscher Hersteller und auf diese trainierte einheimische Mechaniker und im Nachbarort ein schwedisches Landwirtschaftsprojekt mit Nutzfahrzeugen aus Schweden und auf schwedisch geschulte Mechanikern. Wird ein Mechaniker krank oder geht was kaputt, ist keine kurzfristige Abhilfe möglich, auch wenn der Nachbarort in Steinwurfweite liegt. Der Mechaniker aus dem Nachbarort könnte rein fachlich reparieren, versteht aber die anderssprachigen Anleitungen nicht. Man hofft einfach, dass der eigene Mechaniker bis zum Einsetzen der nächsten Starkregenfälle wieder gesund wird oder die Ersatzteile schnell eingeschifft werden. Solange passiert halt gar nix.
    Und das war lange vor Kongo-Niebel.
    Vielleicht könntet Ihr bei Eurem Besuch ja darauf achten, ob sich da was verändert hat?

  6. Liebe AußenDenker,

    auf Eure Eindrücke und Gedanken bin ich sehr gespannt; ich arbeite selber in der EZ und kenne die NGOs als Partner (aber auch Kritiker) der staatlichen EZ. Bleibt zu hoffen, dass Ihr in der einen Woche Zeit habt, mehr als nur oberflächliche Eindrücke zu sammeln. Sicherlich habt Ihr Euch vorher mit den aktuellen Schwerpunktstrategien der einzelnen Sektoren in Sierra Leone und den Instrumenten der Deutschen EZ auseinandergesetzt (oder müsst es noch 🙂 – und vielleicht kennt Ihr schon Entwicklungspolitik online – hier die Suchanfrage für Euer Zielland .

    Ich finde diesen Blick nach außen fantastisch – möge er so treffend und kritisch ausfallen wie die NachDenkSeiten (die in der EZ-Community sehr verbreitet sind, die den Blick über die Grenzen und Richtung Süden aber nur gelegentlich riskierten).

  7. Habt Ihr schon im Sierra Leone um Asyl gebeten? (Die Katastrophennachricht zur Großen Kopulation ist ja vermutlich schon durchgedrungen.)

    Detlef Bosau

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